Haus in Ungarn

12 Gründe für Balaton

 

1.Bezaubernde Landschaft

Mór Jókai, der namhafte ungarische Schriftsteller des 19. Jahrhunderts hatte einmal geschrieben: "Die Landschaft des Balaton ist wie eine charmante Braut, welche auf ihren Bräutigam wartet und an jeder Stelle erneut ihren Liebreiz zeigt. Je mehr wir von ihr sehen, desto schöner empfinden wir sie und wenn man mich deswegen auslachen sollte, würde ich trotzdem behaupten, dass hier die ganze Landschaft lächelt." Etwa zwanzigtausend Jahre betätigt sich die Erde an der Entfaltung der Landschaft. Am Ende der Steinzeit formte eine Vielzahl von Erdbeben die Ablagerungsschicht der Oberfläche zu Becken. Das sich darin stauende Niederschlagswasser schuf langsam ein aus vielen kleinen Seen und Sümpfen bestehendes System. Der Wind, der Niederschlag und das Eis schliffen in ausdauernder, immerwährender Arbeit die trennenden Dämme der Becken ab und so entstand vor ungefähr 5000 bis 7000 Jahren ein zusammenhängender See, der Balaton. Den einstigen Stand und Zustand der Erdoberfläche zeigen 14 bis heute erhaltene Vulkane am Nordufer. Der aus­getretene Basalt hatte die damaligen Vorgänge konserviert. Die Hänge mancher Berge in Form von Särgen und Kegeln werden von riesigen "Basaltorgeln" geschmückt. Eine geologische Seltenheit ist die 4 km lange Seehöhle in der Stadt Tapolca, in welcher Bootsfahrten ein besonderes Erlebnis sind.

2. Wasser wie Seide

Der Balaton ist der größte Süßwassersee Mitteleuropas. Das Wasser streichelt mit seiner angenehmen Wärme Körper und Seele. Es ist nicht so klar wie das Meer, denn der See ist seicht und die durchschnittliche Wassertiefe beträgt insgesamt nur 3-4 Meter. Dieser ist es zu verdanken, dass sich der See im Sommer schnell auf eine Temperatur von 20-22 Grad erwärmt und oftmals sogar die 28 Grad erreicht. Das Nordufer ist tiefer, hier befinden sich die Zentren des Wassersports. Das Südufer wird meist von Familien mit kleinen Kindern bevorzugt. An den sandigen, von Gras bewachsenen Stranden, sowie im flachen Wasser muss man sich selbst um die Kleinsten keine Sorgen machen. Der Balaton kann jedoch auch gefährlich sein. Vor plötzlich aufkommenden Stürmen wird an den gesamten Uferabschnitten durch Leuchteinrichtungen gewarnt. Das Wasser ist zu verlassen, jedoch sollte man sich nicht allzu weit entfernen, denn von einer geschützten Stelle aus gilt die Beobachtung eines Sturmes am Balaton als ein besonderes Erlebnis. Das Wasser zeigt sich gerade in dieser Zeit am schönsten, denn auf den sich auftürmenden, grünen Wellen kräuseln sich weiße Schaumkronen.

 3. Sommer, Sonnenschein, Vergnügen • Balatonfüred

Der Balaton gilt nicht nur als Treffpunkt für die Jugend, sondern ist auch ein Ort verzückter Vergnügungen und Begegnungen. Eines der Zentren der Region bildet die von Káptalanfüred 14 km liegende Stadt Balatonfüred. Die Stadt war der erste Bade- und Kurort des Landes. Hier ließ die ungarische Prominenz des 19. Jahrhunderts ihre Villen errichten. Seit dreihundert Jahren werden Herzpatienten der Spezialklinik von Balatonfüred mit Hilfe des wohltuendem Sauerwassers behandelt, das auch für Zuckerkrankheit und Verdauungsstörungen heilend wirkt. Im Theatersaal wird seit 170 Jahren jeweils am letzten Samstag im Juli der Anna-Ball veranstaltet, auf dem alljährlich eine Schönheitskönigin gewählt wird. Balatonfüred hat jeder Altersklasse ein buntes, abwechslungsreiches und vielfältiges Programm zu bieten. Die jungen Menschen können sich hier bei Live-Konzerten vergnügen, sowie in den Discos tanzen. Neben der Stadt liegt die zauberhafte Halbinsel Tihany, deren Barockkirche  jeden Sommer Veranstaltungsstätte von Orgelkonzerten ist. Die Stadt bietet im Sommer reichhaltige Kulturangebote, Konzerte, Ausstellungen, Märkte, Kasino, Kino, usw. An den "Füreder" Weintagen kann man unter den hundertjährigen Platanen der Uferpromenade wochenlang die besten Weine der Region probieren. Die Promenade ist mit zahlreichen Statuen, Gedenktafeln und durch die Prominenz des internationalen geistigen Lebens gepflanzten Bäumen geschmückt und ist eines der beliebtesten Spaziergangziele des Nordufers.

 4. Aktive Erholung, Sport

Der Balaton verlockt die ankommenden Gästen

icht nur zum Baden, sondern auch zum Schwimmen. Unter den zahlreichen Schwimmwettbewerben hat sich das Durchschwimmen des Balatons zwischen Révfülöp - Balatonboglár zu Europas größtem Schwimmereignis der Amateure entwickelt. Segeln und Surfen ist überall möglich, ebenso kann man auf dem Balaton an mehreren Stellen mit dem Wakeboard fahren. Motorboote dürfen nicht auf dem Balaton verkehren. Mit Hilfe technischer Einrichtungen in Balatonfüred und Siófok ist jedoch das Wasserskifahren möglich. In Balatonfűzfő, 6 km von Káptalanfüred erwartet ein Sportzentrum mit Schwimmhalle, einem Tennis, Basketball- und Fußballplatz und mit einer Tontauben-Schiessanlage, sowie einer ganzjährigen Bobbahn die Gäste, um so ihren sportlichen Ambitionen nachgehen zu können. Tennis spielen und reiten kann man annähernd in jeder Siedlung am Seeufer. Weiterhin ist der See über einen ausgebauten Weg mit dem Fahrrad zu umrunden. Jedoch auch die weniger bewegungsintensiven Sport bevorzugenden Gäste werden nicht ohne aufregende Ereignisse bleiben. Der gesamte See ist zum Angeln geeignet, egal ob vom Ufer, Boot, oder Segelschiff aus. Sollte ein Fang manchmal ausbleiben, so dienen die Landschaft, die Schönheit der Umgebung und die Ruhe als Entschädigung.

 5. Heilendes Wasser

im 19. Jahrhundert ging die Sage um, dass das gesamte Wasser des Balatons, Heilwasser sei. Diese Behauptung ist zwar falsch, jedoch soviel an Wahrheit ist in ihr enthalten, dass das Aufblühen der Badekultur dieses Gebiets den säurehaltigen Quellen um Balatonfüred und dem im nahen Héviz befindlichen, aus einem einstigen Krater entspringenden, 38 Grad warmes, schwefelhaltiges Wasser, zu verdanken ist. Der mit roten, indischen Seerosen bedeckte zweit­größte Warmwassersee der Welt ist am Krater 36 Meter tief. Das Heilwasser und der Heilschlamm des Sees sind zur Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparates hervorragend geeignet. Seit 1795 wird er als Heilbad genutzt. Die auf Genesung hoffenden Menschen besuchen heute auch die Bäder von Zalakaros, Buzsák oder Kehidakustány. Seit 300 Jahren werden Herzkranke in der Herzklinik von Balatonfüred unter Nutzung der heilend wirkenden, säurehaltigen Quellen behandelt. Das Wasser der Quellen ist auch bei Diabetes und Verdauungsstörungen zu empfehlen.

6. Die Kultureile Hauptstadt des Balatons - Keszthely

Größte und älteste Siedlung des Balatonufers ist die Stadt Keszthely, welche bereits zur Römerzeit ein wichtiges Handelszentrum war. Ein wertvolles Baudenkmal der Stadt ist die aus dem 14. Jahrhundert stammende, gotische Pfarrkirche. Ebenso findet man hier das 101 Zimmer umfassende, mit Prunktoren und einem barocken Turm versehene Festetics-Schloss, welches das Drittgrößte des Landes darstellt. Das Schloss beherbergt die über 86.000 Buchraritäten verfügende hochadelige Helikonbibliothek. Der ehemalige Eigentümer des Schlosses, György Festetics, gründete im Jahre 1797 die erste Schule für Ökonomen mit Oberstufe in Europa und zwar das Georgikon. Alles was man über den Balaton wissen sollte; z. B. seine Entstehung, seine Pflanzen- und Tierwelt, die Bade- und Schifffahrtsgeschichte, die archäologischen und ethnologischen Freilegungen, sowie die Funde aus den vergangenen 7000 Jahren kann man an einem Ort und zwar im Balaton-Museum besichtigen. Der Städtische Strand ist das einzige Inselbad am Balatonufer.

7. Schatz - Halbinsel Tihany

Von der Kirche der im Jahre 1055 gegründeten Benediktinerabtei in Tihany ist heute nur noch die Grabkapelle - eines der kostbarsten Erinnerungsstücke ungarischer Architektur - welche gleichzeitig auch letzte Ruhestätte von König Andreas dem l, ist - und die Gründungsurkunde der Abtei, die wiederum als ältestes, erhalten gebliebenes, ungarisches Sprachdenkmal gilt, zu sehen. Die im 18. Jahrhundert über der Grabkapelle errichtete Barockkirche ist jeden Sommer Veranstaltungsstätte von Orgelkonzerten. Seit 1952 steht der Tihanyer Landschaftsbezirk unter Schutz. Sehenswert sind dort die vom Wind geschliffenen Basaltfelsen, die in das Vulkangestein gehauene Einsiedelei, die Mönchsunterkünfte des sich hier im 11. Jahrhundert niedergelassenen Basilianer-Ordens, die Mandelbäume des Csúcs-Berges und die Lavendelfelder. Von einem der schönsten, unter den mehr als einhundert, auf der Insel vorhandenen Geysirgipfeln, dem "Aranyház", bietet sich eine unvergessliche Aussicht auf den von Anglern sehr beliebten "Innen"-See und die Nistplätze des Tausende Vögel beherbergenden "Außen"- Sees

8. Wein, Weingebiet

Um ein vollständiges Bild zu gewinnen, müssen wir die Geschmäcker des Balatons auch einmal testen, so z.B. die aus verschiedenen Fischarten zubereitete Fischsuppe, oder den besten Fisch des Balatons, den "Fogas" (Zander). Dank des vielen Sonnenscheins und des vulkanischen Bodens gedeihen in dieser Gegend ausgezeichnete, aromatische Weine, in der Mehrzahl trockene Weißweine. Der Badacsonyer Blaustängler, der Graumönch, oder der Riesling passen ausgezeichnet zu den Fischgerichten. Von den 22 ungarischen Weingebieten befinden sich 5 am Balaton. In Badacsony, im westlichen Becken des Sees, in den Weingebieten in der Nähe des Balatons, sowie in den am Südbalaton gelegenen Weingebieten verbindet die einzelnen Weinkeller eine mit Schildern gekennzeichnete Weinstraße; somit können die Gäste die verschiedenen Erzeuger und Jahrgänge leicht vergleichen. Natürlich kann man hier auch an einem sternenklaren Sommerabend in einer der Tscharden den Klängen der Zigeunermusik lauschen, zu Abend essen und Wein trinken... hieraus entstehen dann meist Augenblicke, an die man immer gerne zurückdenkt.

9. Das Andenken vergangener Zeiten

Während ihrer Wanderungen kamen die landnehmenden Ungarn etwa um 900 in die Umgebung des Balaton. Dieses Gebiet wird jedoch schon seit der jüngsten Steinzeit von Menschen bewohnt. Ihre Spuren werden in Lovas durch das urzeitliche Farbstoffbergwerk und in Ságvár durch die Ausgrabungen am Sándor-Berg sichtbar. Eine Hinterlassenschaft kämpferischer Stämme aus der Eisenzeit bilden die Erdburgen in Tihany und Balatonboglár, sowie die zahlreich vorgefundenen Waffen und Hügelgräber keltischen Ursprungs. Die Römer nahmen im ersten Jahrhundert die Umgebung des Balatons ein. Sie waren jene, die das Landschaftsbild durch den bis heute dominierenden Weinanbau heimisch machten. Die sehenswerteste Hinterlassenschaft dieser Epoche wird durch die neben Nemesvámos befindliche, annähernd vollständig erhaltene und freigelegte Baláca-pusztaer Villen-Wirtschaft aus der Römer-zeit, sowie den Überresten der Stadt Valcum aus dem II. bis IV, Jahrhundert, dem heutigen Fenékpuszta, verkörpert.

10. Bunte Vogelwelt

Einer der wertvollsten Teile des Nationalparks im Balaton-Oberland ist der Kis-Balaton. Sein gewaltiges Sumpfgebiet besteht in erster Linie aus Schilfbewuchs. Es wurden rund 230 Vogelarten beobachtet, wovon ungefähr die Hälfte auch hier brütet. Am häufigsten sind der Graureiher und der Kormoran. Hier sind aber auch der Schnabelreiher und der Eisvogel anzutreffen; von den vielen Möwenarten, Seeschwalben und Stockenten ganz zu schweigen. Während des herbstlichen und winterlichen Vogelzugs legen mehrere zehntausend Vögel am Kis-Balaton eine Ruhepause ein. Ein großer Teil des Gebietes liegt unter besonderem Schutz, doch die Mitarbeiter des Nationalparks organisieren regelmäßig Touren dorthin. Gäste können in Begleitung sachkundiger Führer einen Einblick in die reiche und friedliche Welt erhalten. Die Kányavári-lnsel kann frei besucht werden und von ihren Aussichtstürmen aus können wir die Vogelwelt und die Landschaft bewundern. 1993 ist der Kis-Balaton in die Liste international bedeutender Wildwasser aufgenommen worden. (Ramsarer Vereinbarung).

11. Ritter und Burgen

Die architektonischen Hinterlassenschaften des Mittelalters wurden während der 150 Jahre andauernden Besatzungszeit der Türken im 16. und 17. Jahrhundert fast völlig vernichtet. Die Überreste der mittelalterlichen Burgen hat wiederum das österreichische Herrscherhaus im 18. Jahrhundert und zwar nach dem Freiheitskampf der Kurutzen, zerstören lassen. Das Andenken des heldenhaften Widerstandes gegen die Eroberer bewahren am ehesten die Burgen Nagyvázsony, Szigliget und Sümeg. In diesen werden auch zum großen Vergnügen der Urlauber Ritterspiele veranstaltet. Von den Burgen in Rezi, Tátika und Csobánc blieben bis heute nur einige Mauern erhalten. Man sollte jeden­falls im Rahmen eines schönen Ausflugs zu den Ruinen empor klettern. Auf die Berg­rücken führen ausgeschilderte Touristenwege, von wo aus man ein wunderschönes Panorama bewundern kann.

 12. Abwechslungsreiche Programme

Im Theater der Stadt Keszthely und im Schloss- Festetics werden ganzjährig Konzerte und Vorstellungen abgehalten, doch auch durch den Faschingsumzug werden immer mehr Teilnehmer und Zuschauer angezogen. Das ohne Zweifel reichere Programm­angebot des Sommers beginnt Anfang Mai mit dem Balaton-Festival. Das Siófoker Goldene-Muschel-Festival (Aranykagyló) liefert Anfang Juli eine Kostprobe farbenfroher Volkskunst, sowie von Tänzen der Ungarn und den benachbarten Völkern. Der per Ende Juni in Balatonfüred veranstaltete Anna-Ball besitzt internationalen Ruf. Fünf Dörfer des Balaton-Oberlandes organisieren gemeinsam Ende Juli und Anfang eine große Heerschau zeitgenössischer Künste, Zentrum der Veranstaltung "Tal der Künste“ ist Kapolcs. Im August wird die Veranstaltungsreihe Tihanyer Festspiele abgehalten. Über die zahlreichen Reitervorführungen, Folkloreprogramme, Weinleseumzüge, Ausstellungen und Konzerte zu reden erübrigt sich, denn sie alle aufzählen zu wollen, wäre schier unmöglich.